Seit letzter Woche Mittwoch gibt es mit dem eero und eero Pro die ersten HomeKit Router. Wir haben uns das kleinere Modell gekauft und verraten euch, wie der Router unter HomeKit angezeigt wird, welche Einstellungsmöglichkeiten ihr habt und welche Auswirkungen das auf eure HomeKit Geräte hat.

Zunächst einmal erfolgte die Einrichtung unseres eero ganz reibungslos. Wir haben einfach die SSID und das Kennwort unseres ursprünglichen WLAN übernommen. Die Geräte haben sich dadurch ohne erneute Einrichtung sofort bei unserem neuen Router angemeldet. Was es bei einem neuen WLAN in Bezug auf eure HomeKit Geräte zu beachten gilt, haben wir euch Anfang des Jahres in diesem Beitrag zusammengefasst.

Zu HomeKit hinzufügen

Anschließend konnten wir den Router auch gleich über den „Entdecken“-Tab in der eero-App zu HomeKit hinzufügen. Dazu benötigte die App Zugriff auf unsere HomeKit Daten und nach wenigen Sekunden war der Router auch schon eingebunden. Ein HomeKit Code wurde dabei nicht benötigt.

HomeKit Router einrichten

HomeKit Router bekommen keine eigene Kachel in Apples Home App. Stattdessen kann über die Hauseinstellungen auf den Router zugegriffen werden. Dazu einfach auf der Startseite oben links auf das Häuschen drücken und „Hauseinstellungen“ auswählen. Anschließend findet ihr unter „Steuerzentralen & Bridges“ den neuen Punkt „WLAN & Router“.

HomeKit Router Einstellungen

Entgegen Apples Support Dokument mussten wir übrigens keines unserer WLAN Geräte neu zu HomeKit hinzufügen, um von den neuen Sicherheitsfunktionen des Routers zu profitieren.

Einstellungen in HomeKit

In HomeKit habt ihr pro Hersteller die Möglichkeit die Verbindungen mit dem Internet zu beschneiden oder ganz zu verbieten. Dazu bietet HomeKit drei Optionen:

  • Auf HomeKit beschränken: Die sicherste Option lässt lediglich Verbindungen zum Home Hub zu. Dadurch können jedoch auch keine Firmware Updates mehr heruntergeladen werden.
  • Automatisch: Die bequemste Option erlaubt Verbindungen anhand einer automatisch aktualisierten Liste vom Hersteller zugelassener Internetdienste und lokaler Geräte.
  • Keine Beschränkung: Der Freifahrtschein erlaubt alle Verbindungen zu Internetdiensten und lokalen Geräten und ist somit die unsicherste Option.

Auswirkungen auf HomeKit Geräte

Doch welche Option solltet ihr nun wählen? Das kann man leider nicht pauschal beantworten und kommt ganz darauf an, wie ihr die Geräte nutzen möchtet. Um euch die Entscheidung zu erleichtern, schauen wir uns einmal an, welche Auswirkungen die verschiedenen Optionen haben.

Die Option „Auf HomeKit beschränken“ ist zwar die sicherste Option, kann das Nutzererlebnis allerdings auch deutlich einschränken. Nutzt ihr ausschließlich HomeKit und zur Steuerung auch nur HomeKit Apps, dann ist das die richtige Option. Um nach Firmware Updates zu suchen und diese schlussendlich auch zu installieren, müsst ihr die Option allerdings ändern.

Sollte es sich um kein reines HomeKit Produkt handeln, wird unter Umständen die herstellereigene App in diesem Modus auch nicht mehr richtig funktionieren. Für viele Funktionen abseits von HomeKit wird nämlich häufig eine Internetverbindung vorausgesetzt. Dazu zählt bei dem Vibrationssensor von Mi beispielsweise auch die Einstellung der Empfindlichkeit oder bei dem Tür- und Fensterkontakt die Ansicht der Historie.

Mi Home App
Geräte von Mi können in der herstellereigenen App mit der HomeKit Router Option „Auf HomeKit beschränken“ nicht mehr eingestellt werden.

Die Einstellung „Automatisch“ ist die bequemste Option. Hier müsst ihr für Firmware Updates nicht ständig den Modus wechseln und überlasst dem Hersteller die Wahl, welche Verbindungen die Richtigen sind. Das bedeutet allerdings auch, dass ihr dem Hersteller vertrauen müsst. Während wir uns beispielsweise bei den chinesischen Herstellern für „Auf HomeKit beschränken“ entschieden haben, läuft unser Eve Extend ohne Bauchschmerzen mit der Option „Automatisch“.

Kommen wir nun zu der unsichersten Option „Keine Beschränkung„. Obwohl wir euch prinzipiell von dieser Einstellung abraten würden, kann es unter Umständen erforderlich sein, das ein oder andere Gerät in diesem Modus laufen zu lassen. Sobald ihr das Gerät mit Diensten verbunden habt, die der Hersteller nicht in die Liste der sicheren Verbindung eingetragen hat, kommt ihr um diese Option nicht herum. Dazu könnte beispielsweise die Steuerung über Amazon Alexa oder auch die Automatisierung über IFTTT sein.

Fehlende Geräte

AirPlay 2 Lautsprecher, das Apple TV und Bluetooth Geräte erscheinen übrigens nicht in den Router Einstellungen. Zum einen benötigen Lautsprecher und das Apple TV natürlich eine Internetverbindung, um Musik, Filme und Videos aus dem Internet streamen zu können, zum anderen können reine Bluetooth Geräte so oder so nur direkt über HomeKit nach außen kommunizieren. Wundert euch also nicht, dass eventuell viele eurer Geräte in den Einstellungen überhaupt nicht auftauchen. Entweder die Internetverbindung zu beschneiden ergibt dann einfach keinen Sinn oder aber die Geräte können ohnehin nicht direkt mit dem Internet kommunizieren.

Hoobs in Verbindung mit HomeKit Routern

Hoobs könnt ihr auch mit einem HomeKit Router problemlos weiterbetreiben und auch die entsprechenden Einstellungen vornehmen. Allerdings habt ihr mit „Auf HomeKit beschränken“ nicht einmal mehr Zugriff auf die Weboberfläche und selbst mit der Option „Automatisch“ ist das Nutzererlebnis sehr eingeschränkt. Das dürfte zum einen an der fehlenden Liste sicherer Verbindungen liegen und zum anderen an der Art der Geräte und Dienste, die über Hoobs in HomeKit eingebunden werden. Viele Dienste und Geräte setzen nämlich eine dauerhafte Internetverbindung voraus.

Diese Router sind kompatibel

Möchtet ihr nun auch von den zusätzlichen Sicherheitsfunktionen der HomeKit Router profitieren, könnt ihr aktuell nur zum eero und eero Pro greifen. Auch Linksys hat bereits für den Linksys Velop ein entsprechendes Update angekündigt, allerdings noch nicht ausgeliefert.

Solltet ihr euch fragen, ob nicht auch eure Fritz!Box in absehbarer Zeit ein entsprechendes Update erhalten wird, müssen wir euch leider enttäuschen. Bereits im letzten Jahr auf der IFA hat man auf unsere Nachfrage HomeKit eine klare Absage erteilt und diese Entscheidung vor kurzem auf Twitter noch einmal bestätigt. Man beobachte die Entwicklung natürlich weiter, konzentriere sich momentan aber besonders auf den HUN-FUN-Standard.

Über Yannic

Gründete 2015 zeitgleich mit der Veröffentlichung der ersten HomeKit-Geräte „SmartApfel“, damals noch unter dem Namen „HomeKit.tips“.
Ist viel unterwegs und arbeitet gerne auch an den unterschiedlichsten Orten.
Kümmert sich nicht nur um den Inhalt, sondern auch um die technische Umsetzung.