Über den neuartigen Anwesenheitssensor Aqara Human Presence Sensor FP1 haben wir bereits berichtet. Auch wenn der Sensor hierzulande noch nicht erhältlich ist, möchten wir euch in diesem Beitrag die Vor- und Nachteile näherbringen. Denn nicht für jeden Anwendungsbereich eignet sich ein mmWave-Sensor.

Bewegungsmelder möchten wir aus unseren eigenen vier Wänden nicht mehr wegdenken. Doch die kleinen Geräte stoßen schnell an ihre Grenzen, etwa im Wohnzimmer, wenn man auf dem Sofa sitzt, oder im Badezimmer auf Toilette. Sobald wenig Bewegung im Spiel ist, erkennen herkömmliche PIR-Sensoren (Passive Infrared) nicht mehr zuverlässig die Anwesenheit.

Anwesenheitssensor Aqara Human Presence Sensor FP1

Abhilfe soll hier der Aqara Human Presence Sensor FP1 schaffen. Dieser setzt mmWave (millimetre waves) ein. Es handelt sich nicht mehr um einen einfachen Bewegungsmelder, sondern um einen Anwesenheitssensor. Doch wie genau funktioniert diese Technologie eigentlich?

Kleinste Bewegungen werden erkannt

Der mmWave-Radarsensor erkennt bereits kleinste Bewegungen innerhalb von 5m und ist vergleichbar mit der Echoortung von Fledermäusen. Selbst ruhiges Atmen löst den Sensor bereits aus. Du musst also nicht mehr winkend auf Toilette sitzen, damit das Licht nicht ausgeht.

Aqara FP1: Kleinste Bewegungen werden erkannt

Doch dieser Vorteil bringt uns auch gleich zu einem Nachteil: Der Sensor erkennt jede kleinste Bewegung. Das bedeutet, dass ein laufender Ventilator oder gar ein offenes Fenster mit leicht wehenden Gardinen den Sensor ebenfalls auslöst. Somit ist der Aqara Human Presence Sensor FP1 nicht für alle Einsatzgebiete geeignet.

PIR- und mmWave-Sensoren funktionieren am zuverlässigsten zusammen

mmWave-Sensoren werden herkömmliche Bewegungsmelder mit PIR-Sensoren nicht ablösen. Stattdessen können sich die beiden Technologien ergänzen. Sobald man den Raum betritt, kann ein PIR-Sensor als Auslöser für Automationen dienen.

Aqara FP1 im Wohnzimmer

Um anschließend auch bei wenig Bewegung die Anwesenheit weiterhin zu erkennen, kann hingegen wunderbar ein mmWave-Sensor genutzt werden. Der Vorteil dieser Kombination liegt klar auf der Hand: Kleinere Bewegungen lösen nicht unnötig Automationen aus und dennoch reicht anschließend die Anwesenheit ohne großartige Bewegungen, um die Automation nicht vorzeitig zu beenden. Zudem löst ein PIR-Sensor deutlich schneller aus, als ein mmWave-Sensor, vor allem in HomeKit.

Glas blockiert das Signal

Denkst du jetzt bereits über den Kauf eines Sensors für das Badezimmer nach, müssen wir dich auf einen weiteren Nachteil hinweisen. Der mmWave-Sensor benötigt stets klare Sicht. Und mit “klar” meinen wir nicht Glasklar, denn selbst klares Glas reicht bereits aus, um den Sensor zu blockieren.

Anwesenheitssensor im Badezimmer

Hast du also keine offene Dusche bzw. kannst den Sensor nicht über der Duschwand platzieren, um den kompletten Raum zu überblicken, reicht unter Umständen ein Sensor für das Badezimmer nicht mehr aus. Du müsstest sowohl die Dusche als auch den restlichen Raum mit separaten Sensoren ausstatten.

Doch auch hier würde sich eine Kombination eignen. Während der günstige PIR-Sensor die Dusche überwacht, könnte der mmWave-Sensor den Toilettenbereich übernehmen.

Zusatzfunktionen

Doch genug über die Technologie an sich. Lass uns zurück zu dem Aqara Human Presence Sensor FP1 kommen. Die Radartechnologie ermöglicht völlig neue Funktionen. Neben der Anwesenheitserkennung kann der Sensor auch den Standort wahrnehmen, die Bewegungsrichtung erkennen und die Entfernung abschätzen.

Überblickt der Sensor etwa einen Wohn- und Essraum, kann der Aqara FP1 erkennen, ob du gerade am Esstisch oder auf dem Sofa sitzt. Im Flur kann das Gerät hingegen sehen, ob du die Treppe herunter oder herauf gehst.

Doch auch hier müssen wir deine Freude etwas dämpfen. Die Funktionen stehen ausschließlich über die App von Aqara zur Verfügung. In HomeKit gibt es lediglich die zwei Zustände “Bewegung erkannt” und “Keine Bewegung erkannt”.

Fazit

Der Aqara Human Presence Sensor FP1 bietet gegenüber herkömmlichen Bewegungsmeldern einige entscheidende Vorteile. Neben kleinsten Bewegungen erkennt der Anwesenheitssensor auch den Standort von Personen, die Bewegungsrichtung sowie den Entfernungsbereich.

Demgegenüber stehen ein vergleichsweise hoher Preis, ein hoher Energiebedarf – wodurch kein Batteriebetrieb möglich ist und die Platzierung schwieriger fällt – und die Auslösezeit. Zudem lassen sich die Zusatzfunktionen nur über die herstellereigene App und nicht über HomeKit nutzen.

Bewegungsmelder (PIR)Anwesenheitssensor (mmWave)
Auslösezeit~3msmind. 200ms
Erkennt kleinste Bewegungen
Räumliche Standorterkennung
Erkennt Bewegungsrichtung
Erkennt Entfernungsbereich
Batteriebetrieb möglich
Günstig

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass herkömmliche Bewegungsmelder und Anwesenheitssensoren über HomeKit am zuverlässigsten Hand in Hand arbeiten. Ein PIR-Sensor für die initiale Bewegungserkennung und ein mmWave-Sensor, um zuverlässig die Abwesenheit zu erkennen. Möchtest du tiefer in die Materie einsteigen, können wir das Video von WaveTech empfehlen.

Über Yannic

Gründete 2015 zeitgleich mit der Veröffentlichung der ersten HomeKit-Geräte „SmartApfel“, damals noch unter dem Namen „HomeKit.tips“.
Ist viel unterwegs und arbeitet gerne auch an den unterschiedlichsten Orten.

Kümmert sich nicht nur um den Inhalt, sondern auch um die technische Umsetzung.

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