Inzwischen sind allein in Deutschland über 200 HomeKit Geräte erhältlich. Trotzdem gibt es noch immer einige Smart Home Produkte, für die es noch kein offizielles HomeKit Pendant gibt. Deshalb wird Homebridge auch weiterhin eine große Rolle spielen. Heute zeigen wir euch Hoobs: Ein fertiges Komplettpaket, das euch die lästige Installation von Homebridge abnehmen soll.

Homebridge ist eine Open-Source-Software, die Smart Home Geräte, für die es keine offizielle HomeKit Zertifizierung gibt, dennoch in HomeKit einbinden kann. Dabei fungiert meistens ein Raspberry Pi, auf dem Homebridge installiert ist, als Bridge.

Wir bieten euch bereits seit Jahren eine einfache Anleitung an, mit der ihr Homebridge Schritt für Schritt installieren könnt. Die aktuellste Version stammt von unserem sehr geschätzten Community Mitglied sschuste, der die Anleitung kontinuierlich in Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedern aktualisiert. An dieser Stelle noch einmal ein dickes Lob und ein großes Dankeschön dafür.

Doch zurück zu Hoobs. „Homebridge out of the Box“ richtet sich nämlich an alle, denen auch die detaillierte Anleitung noch zu kompliziert ist. Der Zusammenschluss von namhaften Homebridge-Plugin-Entwicklern möchte nämlich eine Lösung schaffen, die ohne Kommandozeile und Text Editor auskommt. Ganz ohne funktioniert das noch nicht, aber dazu später mehr.

Drei verschiedene Pakete – Vom Anfänger bis zum Profi

Zunächst einmal fragt euch Hoobs nach einer persönlichen Einschätzung eurer Fähigkeiten. Je nachdem ob ihr euch als „Hobbyist“, „Beginner“ oder „Expert“ bezeichnet, bekommt ihr eine fertige SD-Karte, die Hoobs Box oder einen Download-Link angeboten.

Softwareseitig unterscheiden sich die Lösungen nicht voneinander. Die Frage ist nur, welche Schritte ihr bei der Installation von Homebridge ausführen möchtet.

Bei dem Download-Link erhaltet ihr das Hoobs Image, das ihr dann selbständig mit balenaEtcher oder einer Software eurer Wahl auf eine SD Karte schreiben müsst. Bei balenaEtcher müsst ihr lediglich das Image auswählen, die SD Karte aus der Liste selektieren und anschließend einige Minuten warten. Diesen Schritt könnt ihr euch sparen, wenn ihr die fertige SD Karte von Hoobs kauft.

Hoobs SD Karte

Anschließend müsst ihr die SD Karte in einen Raspberry Pi einsetzen. Auch diesen Schritt könnt ihr euch wieder sparen, wenn ihr euch Hoobs in a Box bestellt. Dann bekommt ihr den fertigen Raspberry Pi, inklusive SD Karte, Stromkabel, Ethernet-Kabel und mit einem wirklich schicken Case, auf dem sich auch der HomeKit Code auf der Rückseite befindet.

Hoobs in a Box Lieferumfang

Installation in wenigen Schritten

Sobald ihr einen Raspberry Pi mit Hoobs da liegen habt, ist die Software in wenigen Schritten bereit. Einfach Stromkabel anschließen, optional das Ethernet Kabel mit dem Router verbinden und 2-3 Minuten warten, bis sich Hoobs automatisch installiert hat.

Hoobs Einrichtung

Solltet ihr euch für WiFi statt Kabelverbindung entschieden haben, müsst ihr euch nun mit dem WLAN „HOOBS“ verbinden. Es öffnet sich automatisch ein Fenster, in dem ihr eure WLAN Anmeldedaten eintragen müsst. Schon ist Hoobs mit eurem WLAN verbunden und betriebsbereit.

Grafisches Webinterface nutzen

Hoobs hat das Homebridge Plugin homebridge-config-ui-x bereits an Board, das wir übrigens auch in unserer Installationsanleitung verwenden. Dadurch könnt ihr einfach über hoobs.local auf das grafische Webinterface zugreifen. Der Nutzername ist „admin“, ebenso wie das Passwort. Dieses solltet ihr nach dem ersten Login natürlich in den Benutzereinstellungen ändern.

Anschließend könnt ihr alle Vorzüge des Plugins nutzen. Ihr seht den aktuellen Status von Homebridge, euch werden mögliche Updates angezeigt, ihr könnt Plugins installieren, die Config ändern, Homebridge Neustarten und euch sogar die aktuelle Auslastung eures Raspberry Pi ansehen.

Hoobs Webinterface

Bei der Installation von neuen Plugins könnt ihr zwar über die Suchleiste ganz einfach nach den entsprechenden Plugins suchen und diese anschließend installieren, allerdings müsst ihr die benötigten Daten in der Config immer noch händisch eintragen. Allerdings könnt ihr auch das direkt über das Webinterface erledigen und der dort angezeigte Editor unterstützt euch ein wenig. Sollten sich Syntaxfehler, beispielsweise eine fehlende Klammer, eingeschlichen haben, wird euch das beim Speichern direkt angezeigt.

Hoobs Homebridge Plugins installieren

Mit der Homemanager App bequem vom Sofa aus arbeiten

Neben dem grafischen Webinterface könnt ihr auch die neue App Homemanager nutzen. Darin könnt ihr ganz einfach eure Hoobs Installation hinzufügen und Homebridge anschließend über die App steuern. Das funktioniert übrigens nicht nur mit Hoobs, sondern auch mit der Installation über unsere Anleitung. Die App bietet sowohl einen Modus für Hoobs, als auch für SmartApfel.

Im Endeffekt könnt ihr dieselben Funktionen des Web Interfaces dann auch über die App nutzen. Ihr könnt allerdings zudem weitere Homebridge Instanzen anlegen, euer Netzwerk nach Geräten scannen und euch schon bald von Projektvorschlägen inspirieren lassen.

Homemanager Homebridge App

Im Gegensatz zu dem kostenlosen grafischen Webinterface kostet die App allerdings ein wenig. Für die Basisversion mit einem Homebridge Server werden einmalig 5,49€ fällig. Die Pro Version für mehr als einen Server und mehr als fünf Instanzen schlägt mit 11,99€ zu Buche. Vor dem Kauf könnt ihr die App jedoch zunächst auch kostenfrei testen.

Fazit: Das denken wir über Hoobs

Hoobs ist eine einfache Möglichkeit Homebridge zu installieren. Die dahintersteckenden Entwickler geben sich Mühe und machen einen großartigen Job. Auch die angesetzten $12,90 für die SD Karte finden wir nicht zu viel. Wären da nicht die $18,00 Versandkosten, die für das Paket aus der Schweiz noch fällig werden.

Die Hoobs in a Box für $129,00 kommt in einer schönen Verpackung und einem wirklich schicken Case. Im inneren befindet sich am Ende aber auch „nur“ ein Raspberry Pi mit der entsprechenden SD-Karte. Eigentlich perfekt für alle, die sich das flashen der SD-Karte und den „Zusammenbau“ des Rasberry Pi nicht zutrauen. Allerdings wagen wir es zu bezweifeln, dass diese Zielgruppe dann die Installation der Plugins bzw. die Anpassung der Config problemlos meistern wird.

Allen anderen können wir das Projekt durchaus empfehlen. Möchtet ihr Hoobs unterstützen, dann würden wir eher zu einer Spende über die Webseite raten, als den Versand aus der Schweiz und den damit möglicherweise verbundenen Gang zum Zoll zu wählen. Die Höhe der Spende könnt ihr beim Download selbst bestimmen.

Über Yannic

Gründete 2015 pünktlich mit der Veröffentlichung der ersten HomeKit-Geräte „SmartApfel“, damals noch unter dem Namen „HomeKit.tips“.
Ist viel unterwegs und arbeitet gerne auch an den unterschiedlichsten Orten.
Kümmert sich nicht nur um den Inhalt, sondern auch um die technische Umsetzung.