Tellerrand

Yeedi Mop Station: Saug- und Wischroboter mit Selbstreinigungsstation im Test

Reinigt selbstständig die Wischpads

Da Apple HomeKit noch immer keinen Gerätetyp für Saug- und Wischroboter anbietet, erlaubt uns einen Blick über den Tellerrand. Die neue Yeedi Mop Station möchte nicht nur die Reinigung der Räume übernehmen. Die Selbstreinigungsstation wäscht auch die Wischpads nach dem Putzen.

Mit unserem bisherigen Reinigungsteam, bestehend aus Saugroboter 360 S7 und Wischroboter iRobot Braava jet 250, waren wir nicht mehr zufrieden. Das lag vor allem daran, dass beide Roboter nacheinander laufen mussten und der Wischroboter zu viel Aufmerksamkeit einforderte. Wassertank auffüllen, Reinigungstücher waschen und den Akku laden. Zudem hat der Wischroboter nicht mal die gesamte Wohnung mit einer Akkuladung geschafft.

Umso erfreuter waren wir, als man uns die neue Yeedi Mop Station noch vor dem Verkaufsstart anbot. Ein Saug- und Wischroboter, der sich auch gleich um das Waschen und Trocknen der Wischpads kümmert. Das klingt zu gut, um wahr zu sein? Das klären wir in diesem Beitrag.

Lieferumfang und Einrichtung der Yeedi Mop Station

Als das Gerät dann endlich bei uns eintraf, waren wir etwas überrascht. Der Karton war für den kleinen Helfer ziemlich groß. Im Inneren erwartete uns allerdings, neben dem eigentlichen Roboter, auch die Selbstreinigungsstation, die immerhin zwei 3,5 Liter Tanks für Frisch- und Grauwasser beherbergt. Optisch erinnert uns die Station an einen modernen Drucker und muss sich nicht verstecken.

Der Roboter selber hat einen 300 ml großen Staubbehälter und einen Wassertank mit 200 ml Fassungsvermögen. Die Seitenbürste, die den Dreck zur Hauptbürste befördert, war schnell angeklipst. Die zwei rotierenden Wischpads werden über Magnete befestigt. Reinigungsbürste und zwei Ersatz-Wischpads werden direkt in der Selbstreinigungsstation aufbewahrt.

Fach in der Selbstreinigungsstation

Bei der Einrichtung über die herstellereigene App, die eine Registrierung voraussetzt, wird man durch den kompletten Aufbau geleitet. Von der Aufstellung der Station, der Befüllung des Frischwassertanks über das Einschalten des Roboters bis hin zur Einbindung über Wi-Fi per QR-Code.

Kartierung und Navigation

Vor der ersten Reinigung bzw. Kartierung muss der Roboter einmal vollständig aufgeladen werden. Bei uns kam das Gerät mit 61% Akku an. Danach kann mit der Reinigung begonnen werden. Alternativ kann man auch zunächst nur eine Kartierung durchführen, bei der der Roboter einmal durchsaugt und danach einmal an allen Kanten entlang fährt.

Verzichtet man auf die initiale Kartierung, dauert es einige Reinigungsvorgänge, bis eine vollständige Karte erstellt wurde. Erst dann können Räume benannt und Sperrzonen eingerichtet werden.

Kartierung und Navigation

Die Navigation erfolgt über eine zur Decke gerichteten Kamera und Bodenverfolgungssensoren. Die Kamera scannt die Decke und leitet daraus den Grundriss ab. Dadurch benötigt der Roboter immer etwas Licht und die Navigation ist manchmal etwas holprig.

Dafür wird allerdings auch kein Turm für einen Laser benötigt, wodurch der Roboter, trotz der Doppelfunktion als Saug- und Wischroboter, nur eine geringe Höhe von ca. 86 mm aufweist.

Saugfunktion

Bevor wir zur spannenderen Wischfunktion kommen, erlaubt uns ein paar Worte zu der Saugfunktion. Je nach eingestellter Stufe entwickelt der Roboter eine ordentliche Saugkraft von bis zu 2.500 Pa. Sind die Wischpads nicht angeschlossen, fährt der Roboter auch über Teppiche und aktiviert automatisch eine Saugkraftverstärkung.

Der Staubbehälter fällt mit 300ml vergleichsweise klein aus. Bei unseren knapp 60 m² und täglicher Reinigung hält der Behälter dennoch einige Tage. Liegt der Fokus primär auf der Saugfunktion, seid ihr jedoch bei einem reinen Staubsaugerroboter besser aufgehoben.

Wischfunktion

Deutlich interessanter und auch deutlich sauberer wird es mit zugeschalteter Wischfunktion. Sind die Wischpads über die Magnete am Roboter befestigt, wechselt der Roboter automatisch in den Wisch-Modus. Dabei rotieren die zwei Pads mit einer Geschwindigkeit von 180r/min. Zusätzlich wird ein Abwärtsdruck von immerhin 10 N erzeugt, das entspricht etwa der Masse von 1 kg.

Vor der Reinigung werden die Pads in der Selbstreinigungsstation befeuchtet. Während der Reinigung sorgt der integrierte Wasserbehälter im Roboter für eine konstante Benetzung mit Wasser. Dadurch wischt der Roboter deutlich feuchter und sauberer als alle bisher bei uns im Einsatz gewesenen Wischroboter. Die Wasserdurchflussrate kann in der App eingestellt werden. Teppichböden erkennt und meidet der Roboter im Wischmodus übrigens.

Während der Reinigung fährt der Roboter immer wieder zur Selbstreinigungsstation, um die Wischpads zu säubern. Die Geräuschkulisse ist dabei vergleichbar mit einer Kaffeemaschine.

Nachdem der Roboter alles gesaugt und gewischt hat, werden die Wischpads nach dem Waschen zudem getrocknet, um Schimmel und unangenehme Gerüche zu vermeiden.

Die Reinigung der Wischpads funktioniert erstaunlich gut. Jeder, der schon einmal ein Reinigungstuch von einem Wischroboter per Hand gesäubert hat weiß, wie dreckig diese sein können. Diese Aufgabe bleibt uns künftig zum Glück erspart. Trotzdem werden wir die Pads hin und wieder mit in die Waschmaschine schmeißen.

Wischpads und Grauwassertank

App-Steuerung und native Smarthome-Integrationen

Die herstellereigene App bietet zahlreiche Funktionen. Nach der Einrichtung und Kartierung können Räume zugeordnet, Sperrzonen eingerichtet und die Reihenfolge der Reinigung festgelegt werden.

Räume verwalten und Sperrzonen einrichten

Außerdem habt ihr hier die Möglichkeit, die Saugkraft einzustellen. Seid ihr während des Reinigungsvorgangs Zuhause, könnt ihr eine geringere Saugkraft einstellen, um nicht gestört zu werden. Natürlich beeinflusst das auch die Akkulaufzeit. Prinzipiell sind bis zu 180 min möglich. Desto geringer die eingestellte Saugkraft, desto länger die Akkulaufzeit.

Saugkraft und Wasserdurchflussrate

Auch die Wasserdurchflussrate könnt ihr in drei Stufen selber festlegen. Habt ihr empfindliches Parkett, möchtet ihr vermutlich etwas trockener wischen lassen. Wir haben den Schalter auf mittlerer Stufe stehen.

Darüber hinaus können in der App Reinigungspläne mit einzelnen oder allen Räumen verwaltet werden. Wann der Reinigungsplan greifen soll, also beispielsweise nur unter der Woche oder am Wochenende, bleibt euch überlassen.

Reinigungspläne

Möchtet ihr die Yeedi Mop Station in euer Smarthome einbinden, könnt ihr die nativen Integrationen von Amazon Alexa und Google Assistant nutzen.

Einbindung in Apple HomeKit

Natürlich darf bei uns die Integration in Apple HomeKit nicht fehlen. Leider wird Apples Smarthome Plattform nativ nicht unterstützt. Normalerweise greifen wir dann auf ein Homebridge-Plugin zurück. Da die Yeedi Mop Station allerdings noch nicht lange auf dem Markt ist, gibt es hier noch kein entsprechendes Plugin. Deshalb nutzen wir einen SwitchBot.

Den kleinen Roboterarm haben wir einfach auf der Oberseite angebracht. Dabei wird natürlich ein wenig der flachen Höhe eingebüßt. Über Homebridge in HomeKit eingebunden, kann der Roboter dafür dann allerdings in Automationen genutzt werden. Eine Anleitung, wie ihr einen SwitchBot über Homebridge in HomeKit einbinden könnt, haben wir hier veröffentlicht. Da der Knopf recht tief eingedrückt werden muss, haben wir noch eine leere Knopfzelle als Puffer angebracht.

Anschließend kann der Roboter über HomeKit zumindest eingeschaltet werden. Das reicht uns bereits aus. Verlassen wir das Haus zum ersten Mal an einem Tag, wird automatisch der Saug- und Wischroboter über den SwitchBot eingeschaltet. Sobald wir wieder nach Hause kommen erwartet uns eine frisch geputzte Wohnung.

Fazit

Mit unseren bisherigen Reinigungshelfern haben wir täglich durchgesaugt und lediglich einmal pro Woche gewischt. Mit der Yeedi Mop Station wird nun täglich gesaugt und auch gewischt, ohne dass wir uns um die lästige Reinigung der Wischpads kümmern müssen.

Als reinen Saugroboter würden wir das Modell nicht nutzen. Dafür ist der Staubbehälter zu klein und die Selbstreinigungsstation zu groß. Solltet ihr allerdings, wie wir, nach einem guten Kombi-Gerät aus Saug- und Wischroboter suchen und ihr euch nicht ständig um die Säuberung der Wischpads kümmern möchtet, können wir euch die Yeedi Mop Station empfehlen. Die Kombination aus rotierenden Wischpads, Anpressdruck und die kontinuierliche Reinigung der Wischpads liefert saubere Ergebnisse.

Ihr bekommt die Yeedi Mop Station im deutschen Onlineshop des Herstellers. Zugegeben ist der Preis mit 649 € nicht gerade günstig. Allerdings nimmt der Roboter einem auch einiges an Arbeit ab. Die Reinigung der Wischpads ist dabei die Kirsche auf der Torte.

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