Bereits im Januar 2016 haben wir zum ersten Mal über die neuen Heizkörperthermostate von tado berichtet. Auf der IFA durften wir die Geräte dann vor Ort begutachten. Vor einigen Tagen war es dann endlich soweit: Wir haben das Starter Kit von DHL übergeben bekommen.

Da auch viele von euch es kaum abwarten konnten, haben wir das Unboxing und die Installation auf Video festgehalten. Nun hatten wir die Heizkörperthermostate bereits einige Tage im Einsatz und möchten euch ausführlich von unseren Erfahrungen berichten.

Inhalt und Installation

Im Smartes Heizkörper-Thermostat – Starter Kit sind zwei Heizkörperthermostate mit jeweils drei zusätzlichen Adapter-Ringen und die Internet Bridge mit USB Netzteil und Ethernet Kabel enthalten. Die benötigten 4 AA-Batterien (2 pro Thermostat) liegen ebenfalls dem Paket bei.

Die Internet Bridge ist HomeKit fähig und kaum größer als ein Finger. Die Heizkörperthermostate sind in einem klassischen, runden Design gehalten und können auch manuell direkt am Thermostat eingestellt werden. Die aktuelle Temperatur und der aktuelle Modus werden über ein LED Display angezeigt.

Die Installation ist wirklich einfach und man wird Schritt für Schritt auf der Webseite angeleitet. Wer es sich trotzdem nicht zutraut, kann auch den Installationsservice von tado in Anspruch nehmen. Dieser kann im Bestellprozess für einen Aufpreis hinzu gebucht werden.

Im Endeffekt müssen jedoch nur die alten Thermostate entfernt und die neuen angebracht werden. Zur einfacheren Anbringung kann die Rückseite der Thermostate abgenommen werden. Dadurch hat man deutlich mehr Platz.

Sowohl auf der Internet Bridge als auch auf den Heizkörperthermostaten befinden sich Seriennummern und Authentifizierungs-Codes. Diese müssen einfach auf der Webseite eingegeben werden. Schon sind die Geräte mit dem eigenen tado Account verknüpft.

Damit man tado auch unter HomeKit nutzen kann, muss einmalig die Bridge mit Hilfe einer HomeKit App hinzugefügt werden. Wie immer, reicht dazu das Scannen des HomeKit Codes aus.

In der App von tado wurden keine HomeKit Funktionen implementiert. Man muss zwingend auf eine andere App ausweichen. Da Apple seit iOS 10 jedoch mit Home eine eigene HomeKit App besitzt, ist das kein wirklicher Nachteil. Lediglich die Raumzuordnung muss zweimal durchgeführt werden: Einmal in der App von tado und einmal unter HomeKit.

tado Weboberfläche und App

tado AppDie tado App wirkt aufgeräumt und übersichtlich. Administrative Funktionen, wie beispielsweise die Nutzer- und Geräteverwaltung, sind jedoch teilweise nur über die Weboberfläche möglich. Allerdings sind alle Funktionen, die man im täglichen Leben benötigt, auch über die App steuerbar.

Beim Öffnen der App sieht man die aktuelle Temperatur, die Zieltemperatur, die Luftfeuchtigkeit und den Modus einer Zone, bzw. eines Zimmers sowie das aktuelle Wetter. Das Wetter wird wohl auch im Algorithmus berücksichtigt und beeinflusst das Heizverhalten.

Durch Wischen nach rechts und links kann man zwischen den einzelnen Zonen wechseln. Zudem wird angezeigt, wer sich gerade Zuhause befindet. Dabei sieht man natürlich keinen genauen Standort, sondern nur, ob sich jemand Zuhause befindet oder eben nicht.

Tippt man auf die Zieltemperatur, kann man in den manuellen Modus wechseln und eine vorübergehende Temperatur einstellen. Die Dauer der manuellen Änderung kann angepasst werden. Man hat die Wahl zwischen „Bis zur nächsten automatischen Änderung“, „Timer“ (z.B. 10min) und „Bis vom Nutzer beendet“.

Für die manuelle Änderung an den Heizkörperthermostaten kann diese Einstellung ebenfalls in der App festgelegt werden und hat auch Auswirkungen auf die Dauer von Änderungen über HomeKit. Doch dazu später mehr.

Automatische Steuerung durch Zeitpläne und Anwesenheitserkennung

Erst die automatische Steuerung der Heizung macht tado sinnvoll und den Preis gerechtfertigt. Da HomeKit noch keine Anwesenheitserkennung liefert, setzt die Konkurrenz auf reine Zeitpläne.

Diese findet man auch bei tado wieder. Doch während man bei Elgato maximal zwei unterschiedliche Tagesverläufe mit maximal zwei unterschiedlichen Temperaturen angeben kann, kann man bei tado jeden Tag nach Belieben einstellen. Dabei kann jeder Tag im 15 Minuten Takt andere Temperaturen enthalten.

Darüber hinaus kann ein „Early Start“ aktiviert werden. tado fängt dann früher an zu heizen und erhöht vorübergehend die Zieltemperatur um die festgelegten Temperaturen rechtzeitig zu erreichen.

Zusätzlich, und das ist der große Vorteil, setzt tado nicht allein auf HomeKit, sondern hat im Hintergrund sein eigenes System und Algorithmus laufen. Dadurch hat tado eine eigene Anwesenheitserkennung im Programm.

Dazu muss jeder Bewohner ein Smartphone mit der tado App besitzen und die Standortfreigabe aktivieren. In den Einstellungen kann pro Zone festgelegt werden, auf welche Temperatur die Heizkörper eingestellt werden sollen, sobald alle aus dem Haus sind.

Anstatt eine feste Temperatur anzugeben, kann auch eine automatische Away-Temperatur aktiviert werden. Dabei kann man zwischen „Eco“, „Balance“ und „Comfort“ wählen. Bei „Eco“ ist die Zieltemperatur bei der Ankunft noch nicht erreicht, bei „Comfort“ hingegen schon. Dafür spart man mit „Eco“ natürlich mehr Energie.

Die Zeitpläne sind immer aktiv, wenn jemand Zuhause ist. Sobald alle das Haus verlassen haben, wird die „Away“ Temperatur eingestellt. Es handelt sich also um eine Kombination aus Zeitplänen und Anwesenheitserkennung.

HomeKit Funktionen

Hat man tado einmal zu HomeKit hinzugefügt, kann die aktuelle Temperatur, die Zieltemperatur, die aktuelle Luftfeuchtigkeit und der Modus eingesehen werden. Die Zieltemperatur und der Modus können natürlich auch eingestellt werden.

Darüber hinaus können alle diese Werte auch als Auslöser verwendet werden. Sobald die Luftfeuchtigkeit zu hoch wird, kann so beispielsweise eine Hue Lampe zur Warnung rot aufleuchten.

Zwar erkennt tado einen schnellen Temperaturabfall sobald die Fenster geöffnet werden, deutlich schneller funktioniert das Ganze aber in Kombination mit Tür- und Fenstersensoren. Elgato hat mit dem Eve Door & Window solche Sensoren im Programm. Sobald ein Fenster oder eine Tür geöffnet wird, kann so die Heizung im Raum heruntergeregelt werden.

Änderungen über HomeKit bleiben solange aktiv, wie in der App für die Zone eingestellt wurde. Das heißt entweder „Bis zur nächsten automatischen Änderung“, „Timer“ (z.B. 10min) oder „Bis vom Nutzer beendet“.

Momentan gibt es mit HomeKit noch ein paar Probleme. Manchmal war bei uns beispielsweise die Bridge nicht über HomeKit erreichbar.

Der Zertifizierungsprozess bei Apple ist allerdings auch noch am Laufen. Aus diesem Grund werden bislang alle Pakete mit der alten Bridge ausgeliefert. Sobald Apple das Ok gibt, werden diese jedoch kostenfrei durch die neue HomeKit fähige Bridge ausgetauscht und dann sollte es auch keine Probleme mehr geben.

Fazit

Die eigenen Funktionen, wie Zeitpläne und Anwesenheitserkennung, gepaart mit der HomeKit Integration machen tado zur besten Heizungssteuerung auf dem Markt. Man kann viel über die App einstellen und den eigenen Bedürfnissen anpassen. tado passt sich dem individuellen Leben der Bewohner an und am Ende muss man sich gar nicht mehr um die Heizungssteuerung kümmern. Die Räume haben immer die perfekte Temperatur, ohne dass unnötig geheizt wird.

tado bietet seit Kurzem zudem eine Energiespargarantie an. Damit könnt ihr die Produkte ein Jahr lang risikofrei testen. Solltet ihr unzufrieden sein oder nicht genug gespart haben, könnt ihr ohne Angabe von Gründen die Produkte mit einer Kopie des original Kaufbelegs an tado zurücksenden. Ihr bekommt anschließend den Kaufbetrag erstattet. Allerdings müsst ihr die Produkte mindestens sechs Monate aktiv genutzt haben.

Die neuen Heizkörperthermostate können auf der Herstellerseite bestellt werden. Langfristig sollen die Produkte auch bei Amazon, Media Markt, Gravis, Conrad, Euronics, Otto, Hornbach, Obi und Bauhaus erhältlich sein.

tado°
Preis: Kostenlos+