Ob Apple jemals eine eigene HomeKit App veröffentlichen wird ist fraglich. Doch inzwischen gibt es eine große Auswahl an Apps, die gute Dienste verrichten. Seit kurzem gibt es den App Store Neuzugang myHome in Version 1.0, den man mit der App Home vergleichen kann. Wir haben die App für euch unter die Lupe genommen.

Der Entwickler hat uns bereits die Version 1.1 zur Verfügung gestellt, die schon bald als Aktualisierung veröffentlicht wird. Deshalb beziehen wir uns im folgenden Test schon auf die neue Version und manche Funktionen könnten in der aktuellen Version noch fehlen oder nicht richtig funktionieren.

Die Einrichtung

Für das Hinzufügen der HomeKit Geräte verwenden wir immer die herstellereigenen Apps. Nichts desto trotz bietet myHome auch diese Möglichkeit. Ansonsten müsst ihr einmalig der App den Zugriff auf eure HomeKit Daten erlauben und schon ist die Ersteinrichtung abgeschlossen.

Philips Hue Lampe in der App myHome

Bild: Steuerung einer Philips Hue Lampe in der App myHome.

Danach könnt ihr schon alle eingerichteten Geräte steuern und verwalten. Doch genau wie bei anderen Apps solltet ihr die Namen der Philips Hue Geräte noch anpassen. Die in der Philips Hue App verwendeten Bezeichnungen sind in der HomeKit Datenbank unter dem Punkt Service Name gespeichert.

Dadurch bleiben die Gerätebezeichnungen allgemein. So wird eure Nachttischlampe in myHome vermutlich zunächst einfach nur Hue color lamp heißen. Aus diesem Grund empfehlen wir als ersten Schritt die korrekte Benennung der Lampen.

Solltet ihr Eve Produkte von Elgato einsetzen, müsst ihr außerdem in den Einstellungen den Punkt Eigene Dienste und Eigenschaften aktivieren. Ansonsten werden euch die wirklich interessanten Werte des Eve Room, Eve Weather und Eve Door & Window nämlich nicht angezeigt.

myHome zeigt zunächst nur Standardwerte wie Zimmer, Service Name, Hersteller, Modell usw. an. Vom Hersteller selbst eingeführte Werte werden der besseren Übersichtlichkeit halber zunächst ausgeblendet, lassen sich aber über den kleinen Schalter in den Einstellungen anzeigen.

In den Einstellungen könnt ihr außerdem noch das Farbschema anpassen. So könnt ihr neben dem hellen auch ein dunkles Design auswählen. zusätzlich könnt ihr die iCloud Synchronisation aktivieren, damit myHome Einstellungen auf allen verwendeten Geräten gleich gehalten werden.

Eine App für alle Geräte

myHome könnt ihr sowohl auf dem iPhone und der Apple Watch, als auch auf dem iPad installieren. Auf dem iPhone und dem iPad habt ihr die Möglichkeit Häuser, Zimmer, Szenen, Auslöser, Zonen, Dienstgruppen und Favoriten zu verwalten. Außerdem könnt ihr direkt in der App weitere Personen zu eurer HomeKit Konfiguration hinzufügen.

In der Zimmeransicht haben wir eine weitere nette Funktion entdeckt: Über einen Schalter neben der Raumbezeichnung lassen sich alle Geräte innerhalb des Raums ein- bzw. ausschalten.

myHome Apple Watch App

Bild: Als Favoriten markierte Szenen auf der Apple Watch.

Als Favoriten markierte Geräte und Szenen könnt ihr anschließend von der Apple Watch aus steuern. Außerdem habt ihr die Möglichkeit eine myHome Komplikation auf eurem Watch Face anzeigen zu lassen. Dabei wird der erste sinnvolle Wert eures ersten Favoriten angezeigt. Bei den Philips Hue Lampen ist das beispielsweise der Status der Stromversorgung.

Leider hat die Apple Watch App bei uns nicht immer zuverlässig funktioniert. Neu markierte Favoriten wurden teilweise nicht übernommen und der Status in der Komplikation hat sich nicht aktualisiert. Wir haben daraufhin bei dem Entwickler nachgefragt. Jörg Wißemann teilte uns mit, dass die Apple Watch Komplikation bislang lediglich 4 mal pro Stunde aktualisiert wird. Doch schon in Version 1.2 soll die Aktualisierung in Echtzeit erfolgen.

Mehr Auslöser für mehr Möglichkeiten

In der Vergangenheit haben wir bei fast allen Apps, bis auf Home, die unzureichenden Möglichkeiten bei Auslösern (Trigger) bemängelt. Während die meisten Apps lediglich zeitliche Auslöser bieten, können mit myHome auch Ereignisse als Auslöser verwendet werden.

Ein Ereignis kann sowohl die Zustandsveränderung eines anderen HomeKit Geräts sein, als auch das Betreten oder Verlassen eines Ortes über GPS oder per iBeacon. Letzteres bietet sich damit auch perfekt für unsere geplante iBeacon Reihe an, in der wir Automatisierungsmöglichkeiten mittels iBeacon vorstellen möchten und die wir nächsten Monat starten werden.

Ereignisbasierter Auslöser in der App myHome

Bild: Ereignisbasierte Auslöser in der App myHome.

Noch einmal ein Beispiel zur Verdeutlichung, weshalb wir die ereignisbasierten Auslöser als so wichtig empfinden. Schaltet man beispielsweise eine Philips Hue Lampe ein und möchte immer wenn man die Lampe einschaltet, auch die über den Zwischenstecker Eve Energy in HomeKit integrierte Stehlampe einschalten, so kann dies über einen ereignisbasierten Auslöser realisiert werden.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Philips Hue Lampe anschließend über den Lichtschalter, die App oder den Hue dimmer switch gesteuert wird.

Bei den Auslösern können außerdem Bedingungen definiert werden. In unserem Beispiel könnte man als Bedingung noch den Sonnenuntergang hinzufügen. Dann würde unsere Stehlampe nur nach dem Sonnenuntergang eingeschaltet werden. Neben zeitlichen Bedingungen können hierbei jedoch auch Eigenschaften anderer HomeKit Geräte verwendet werden.

Fazit

myHome ist ein wahrer Allrounder, dessen Funktionsumfang uns wirklich überrascht hat. Über die App lässt sich alles konfigurieren, was das HomeKit Herz höher schlagen lässt. Besonders die iBeacon Integration gefällt uns gut.

Auch wenn es noch ein paar wenige Kinderkrankheiten gibt, können wir die App jedem empfehlen, der momentan auf der Suche nach einer umfangreichen App zur Konfiguration der eigenen HomeKit Geräte ist. myHome kann für 8,99€ im App Store heruntergeladen werden. Die getestete Version 1.1 dürfte schon bald als Aktualisierung bereitstehen.

Über Yannic

Gründete 2015 zeitgleich mit der Veröffentlichung der ersten HomeKit-Geräte „SmartApfel“, damals noch unter dem Namen „HomeKit.tips“.
Ist viel unterwegs und arbeitet gerne auch an den unterschiedlichsten Orten.

Kümmert sich nicht nur um den Inhalt, sondern auch um die technische Umsetzung.

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