Homebridge installieren: Schritt 2 – Homebridge installieren

Nachdem der Raspberry Pi nun im ersten Schritt aufgesetzt ist, kannst du nun mit der eigentlichen Homebridge-Installation beginnen. Du bist gerade erst auf diese Anleitung gestoßen? Dann sieh dir zunächst den ersten Schritt an und bereite deinen Raspberry Pi entsprechend vor. Solltest du an einer Stelle mal nicht weiterkommen, kannst du jederzeit in unserer Community dein Problem schildern.

Homebridge braucht einige Software, die bislang noch nicht auf dem System installiert ist. Bevor also Homebridge installiert werden kann, benötigst du noch die DNS-Software Avahi und das node-Framework.

Avahi installieren

So installierst du Avahi:

Git installieren

Git wird für die reine Homebridge-Installation eigentlich nicht benötigt, aber irgendwann kommt mal der Zeitpunkt, wo du es brauchen wirst. Also installierst du es jetzt gleich mit:

Node installieren

Node zu installieren ist ein wenig aufwändiger. Von node gibt es ständig neue Versionen. Daher enthält diese Anleitung keinen direkten Link zur neuestem Version, sondern du musst ein wenig nach ihr suchen. Ist aber nicht so schwer.

Rufe in deinem Webbrowser die Adresse https://nodejs.org/dist/latest/ auf. Eine Liste von Dateien erscheint. Da es node für viele Betriebssysteme und Prozessorarchitekturen gibt und die node-Macher auch noch für jedes Betriebssystem zwei verschiedene Paketformate gewählt haben, sieht die Liste etwas unübersichtlich aus.

Wenn du einen Raspi 3 hast, dann wähle den Dateinamen, der mit -linux-armv7l.tar.gz endet, mache einen Rechtsklick darauf und wähle dann Link kopieren. Die Vorgängermodelle haben eine andere Prozessorarchitektur und benötigen daher auch eine andere node-Version. Diese endet mit -linux-armv6l.tar.gz. Welche Prozessorarchitektur dein Raspi hat, kannst du mit dem Befehl

anzeigen lassen und daraus deine Schlüsse ziehen, was du herunterladen musst. Falls du eine falsche Version erwischt, dann ist das zwar kein Beinbruch, aber node wird dann nicht funktionieren.

node latest version

Achtung: die Anleitung zeigt jetzt die Installation der node-Version node-v10.4.1 für die Prozessorarchitektur armv7l. Je nachdem, welche Version du verwendest, muss du die 10.4.1 im Dateinamen anpassen an die Versionsnummer, die du heruntergeladen hast, beispielsweise in 10.5.0 oder 11.2.1 oder was auch immer. Die Stellen, auf die du achten musst, sind rot markiert.

Herunterladen von node

Hier kannst du mit Rechtsklick die oben kopierte Adresse einfügen. Das Kommando wget lädt vom Download-Server eine komprimierte Datei, was man an der Endung .gz erkennt.

Auspacken von node

Nachdem du die Entertaste gedrückt hast, erscheint der System-Prompt wieder. Auch wenn es so aussieht, als wäre nichts weiter passiert, ist tatsächlich die komprimierte Datei entpackt worden. Keine Systemmeldung ist eigentlich immer gleichbedeutend mit „gute Nachricht“.

Node an die richtige Stelle kopieren

Auch hier wird dir keine weitere Meldung ausgegeben. Gut so. Damit ist node installiert.

Node-Versionsmanager installieren

Dieser Schritt ist nicht unbedingt notwendig für eine funktionsfähige Homebridge, aber es ist empfehlenswert, den node-Versionsmanager n zu installieren. Damit kannst du zukünftig alle Updates von node spielend leicht installieren oder zwischen verschiedenen node-Versionen wechseln.

 

Homebridge-User einrichten

Linux-Administratoren richten gern für jeden Service einen eigenen Benutzer mit eingeschränkten Systemrechten ein. Da du jetzt auch ein Linux-Admin bist, wirst du das auch für Homebridge tun. Diese Anleitung verwendet den Benutzernamen homebridge, aber du kannst auch einen anderen wählen. Allerdings bietet es sich an, den gleichen Namen zu wählen, den auch der Service hat, dann weiß man später immer, wer wohin gehört.

Das System gibt keine Meldung aus, wenn der Vorgang korrekt abgeschlossen ist.

Der Benutzer homebridge braucht noch besondere Rechte, damit später das Plugin homebridge-config-ui-x seine Arbeit verrichten kann. Dazu musst du mit dem Editor nano eine Konfigurationsdatei erstellen, die bislang nicht existiert.

Der Editor startet und zeigt außer seiner Menüleiste am unteren Ende nichts weiter an. Füge nun in den leeren Editor diese Zeile ein:

Achtung: das ist eine einzige Zeile!

homebridge sudoers

Du speicherst die Datei ab, in dem du ctrl-x drückst, und danach y und dann die Entertaste.

Abschließend zurrst du noch die Dateirechte für die neu erstellte Datei fest, so dass nur root einen Blick hineinwerfen kann:

Ein kleiner Blick in die Zukunft: es kann passieren, dass du irgendwann Plugins installierst, die mehr Systemrechte benötigen, als es diese Anleitung zulässt. Das wird dann zu unschönen Effekten und Fehlermeldungen führen. In diesem Fall musst du die Liste der privilegierten Befehle  (also hier: /usr/local/bin/npm, /bin/systemctl restart homebridge, /bin/journalctl, /usr/local/bin/node) erweitern. Das kann schwierig sein, weil dir vielleicht nicht klar ist, welchen Systembefehlen man erweiterte Rechte geben muss, damit das Plugin läuft.

Um Frustrationen zu vermeiden, kann man die Rechte auch so setzen, dass der Benutzer homebridge alle Systembefehle mit erweiterten Rechten aufrufen kann. Das ist zwar im Sinne eines sicheren Systems kontraproduktiv, dafür aber der Bequemlichkeit sehr zuträglich. Ersetze die abgebildete Konfiguration in solchen Fällen durch:

Am besten tust du das nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt.

Homebridge installieren

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, kannst du jetzt endlich mit der Homebridge-Installation beginnen. Das machst du mit:

Die Installation erzeugt eine Menge Ausgaben auf dem Bildschirm, die ziemlich unleserlich und unverständlich sind. Keine Angst, du musst das auch nicht verstehen. Warte einfach solange, bis der System-Prompt wieder erscheint. Das wird nach ein paar Minuten der Fall sein.

Homebridge fertig installiert

Zum Abschluss der Installation richtest du noch das Homebridge-Verzeichnis ein, in dem Homebridge später seine Einstellungen speichert. Außerdem legst du die Homebridge-Konfigurationsdatei config.json an. Die wird dich zukünftig noch oft beschäftigen. Sie ist das Herz von Homebridge.

Mit dem Editor nano legst du config.json an:

Der Editor startet und zeigt außer seiner Menüleiste am unteren Ende nichts weiter an. Füge nun in den leeren Editor diese Zeilen ein:

Du speicherst die Datei ab, in dem du ctrl-x drückst, und danach y und dann die Entertaste.

All das soll dem Benutzer homebridge gehören:

Fertig. Deine Homebridge ist jetzt schon bereit zum Starten. Aber bei aller Ungeduld, das Ding endlich zum Laufen zu bekommen, ein letzter Schritt fehlt noch. Nicht du wirst in Zukunft die Homebridge starten, sondern das soll das Betriebssystem tun. Du hast garantiert noch nicht darüber nachgedacht, aber du willst bestimmt, dass die Homebridge bei jedem Boot des Raspis automatisch gestartet wird.

Systemd-Startskript erstellen

Um Homebridge zu kontrollieren, brauchst du einen Kontrollmechanismus. Kontrollieren heißt bei einem Service, ihn zu starten oder zu stoppen. Dabei hilft dir der Systemdienst systemd, der dir die Programme systemctl und journalctl zur Verfügung stellt.

Du musst nun zwei neue Dateien erstellen. Erstens:

Der Editor startet und zeigt außer seiner Menüleiste am unteren Ende nichts weiter an. Füge nun in den leeren Editor diese Zeilen ein:

Achtung: Beim Übertragen mit Kopieren & Einfügen kann es passieren, dass Zeilen verrutschen! Bitte überprüfe genau, ob die Konfiguration nach dem Einfügen genauso aussieht wie oben abgebildet und korrigiere sie gegebenenfalls.

Du speicherst die Datei ab, in dem du ctrl-x drückst, und danach y und dann die Entertaste. Danach erstellst du die zweite Datei:

Der Editor startet und zeigt außer seiner Menüleiste am unteren Ende nichts weiter an. Füge nun in den leeren Editor diese Zeilen ein:

Du speicherst die Datei ab, in dem du ctrl-x drückst, und danach y und dann die Entertaste. Das war’s.

Systemd updaten

Um dem systemd deine neue Konfiguration bekannt zu machen, gibst du ein:

Da du willst, dass beim Reboot des Raspi die Homebridge automatisch gestartet wird, gibst du ein:

systemctl enable

Homebridge starten

Jetzt kann es losgehen. So kontrollierst du die Homebridge:

Startet die Homebridge ohne weitere Bildschirm-Ausgabe.

Stoppt die Homebridge ohne weitere Bildschirm-Ausgabe.

Stoppt erst die Homebridge und startet sie dann wieder ohne weitere Bildschirm-Ausgabe.

Zeigt das Logfile an, in dem die Homebridge alle Tätigkeiten vermerkt. Das f in -fau sorgt für eine Live-Ausgabe. Lässt man es weg, so kann man das Log von Anfang an durchstöbern (seitenweise blättern: Leertaste; zeilenweise blättern: Entertaste; rückwärts blättern: b). Abbruch mit ctrl-c.

Man kann unter Linux zwei Kommandos durch ein Semikolon verbinden. Das ist ganz praktisch wenn man die Homebridge neu starten will und sofort das Log dazu sehen will.

Wenn die Homebridge ordnungsgemäß gestartet ist, zeigt das Log folgendes an:

homebridge startedBravo! Auf deinem Raspberry Pi läuft nun eine Homebridge! Im letzten Schritt installieren wir die ersten Plugins.

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